Goalball: Herren holen Silber, Damen belegen Rang 7

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Beim Malmö Intercup konnten die deutschen Damen und Herren auf dem Weg zur Heim-EM wichtige Erkentnisse für die letzten Monate der Vorbereitung sammeln. Die Herren gewannen nach durchwachsenem Start noch Silber, die Damen belegten am Ende Rang sieben.
Bei den Damen startete das Turnier mit einer Niederlage gegen Israel. Zwar verlief das Spiel recht knapp und am Ende stand gegen eines der Top-Teams nur ein 3:5 auf der Anzeigentafel, doch war sich das Team sicher: mit einer besseren Abwehrleistung wäre hier mehr drin gewesen. Gegen Griechenland sah es zunächst auch nach einer Niederlage aus. Mit 1:4 lag man bereits zurück, konnte jedoch dann eine gute Moral beweisen und erkämpfte sich ein 4:4. Brasielen jedoch war eine Nummer zu groß. Gegen den WM-Bronzemedaillengewinner gab es eine starke Anfangsphase zu sehen in der man das Team aus Südamerika in Schach halten konnte. Doch mit zunehmender Spielzeit setzte sich die Qualität der Brasilianerinnen durch. Am Ende hieß es hier 2:8. Zum Abschluss traf man in der Gruppe auf Dänemark. Oftmals sind die Spiele gegen die Däninnen eng jedoch setzte sich das Team von Trainer Thomas Prokein dieses mal deutlich mit 7:3 druch. Damit belegte man zwar nur Rang vier in der Gruppe, war aber in großen Teilen zufrieden. Im Spiel um Platz sieben ging es dann gegen Finnland und tat sich lange schwer gegen die Gastgeber der EM 2017. Doch konnte ein 1:2-Rückstand noch in ein 6:2-Erfolg gedreht werden. Somit belegen die Damen bei ihrem letzten Turnier in der Vorbereitung auf die World Games den siebten Rang.
Von links: Johannes Günther, Stefan Hawranke, Thomas Steiger, Reno Tiede, Michael Feistle, Felix Rogge, Oliver Hörauf, Stefan Weil, Tobias Vestweber

Die Herren erwischten einen denkbar ungünstigen Start ins Turnier. Gegen die Ukraine, ebenfalls Anwerter für EM-Medaillen, lag man schnell 0:4 zurück doch beweis Moral und erkämpfte sich am Ende ein 7:7. Gegen Japan verlief die Partie ähnlich: 0:4 hieß es auch hier früh in der Partie, das Team fand in der ersten Hälfte in der Offensive überhaupt nicht zur Normalform. Dies steigerte sich zwar in Halbzeit zwei doch blieb die Abwehr löchrig. 11:11 hieß es hier am Ende und das Team hatte gezeigt bekommen, dass es noch Hausaufgaben hat: „Wir sind nun mit zwei Silbermedaillen bei den letzten großen Turnieren kein Außenseiter mehr sondern Favorit. Damit müssen wir uns mental und auch taktisch auseinandersetzen. Wir sind dankbar dafür, dass wir unsere Schwachpunkte aufgezeigt bekommen haben“, sagte Nationaltrainer Johannes Günther rückblickend nach dem Turnier über den ersten Tag. Gegen Weltmeister Brasielien hielt man am zweiten Tag, wie schon bei der WM, sehr gut mit. Zur Pause stand es 2:2 doch fiel das Ergebnis mit 3:9 am Ende ein wenig zu hoch aus für die gezeigte Leistung.

Gegen Schweden (12:3) und das ersatzgeschwächte Belgien (11:1) folgten dann zwei ungefährdete Siege und man bewahrte sich damit die Chancen auf die Medaillenränge. Gegen Finnland, die bis dato ein sehr starkes Turnier spielten, zeigte man eine perfekte Leistung. Mit einer hauchdünnen 1:0-Halbzeitführung im Rücken baute man in Abschnitt zwei Stück für Stück den Vorsprung aus und gewann am Ende mit 7:0. Im letzten Spiel des Turniers ging es dann um Silber gegen den amtierenden Europameister und Paralympics-Sieger aus Litauen. Die Zuschauer bekamen ein hochklassiges Spiel zu sehen. Die deutschen um Center Michael Feistle verteidigten auch in diesem Spiel sehr stark. Zudem konnten einige sehr schöne Tore erzielt werden und am Ende sich über einen verdienten 8:5-Sieg gefreut werden und damit erneut über Silber in Malmö.
„Für uns war das sehr wichtig, diese Fehler gerade am ersten Tag zu machen. So wissen wir, dass wir daran arbeiten müssen vom ersten Spiel an unseren Stil aufs Feld zu bringen und selbstbewust auftreten können. Aber wir können auch stolz darauf sein, dass wir uns nie aufgegeben haben“, so Feislte nach dem Turnier, der mit 28 Treffern bester deutscher Torschütze wurde.
Für die Damen geht es in vier Wochen dann in die USA zu den World Games, die Herren werden in Trainingslagern weiter an der EM-Form schleifen.